So kombinieren Sie die Gefährdungsbeurteilung mit dem Mitarbeitergespräch

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass sie und ihre Sorgen ernst genommen werden. Das trägt nicht nur zu einer höheren Sicherheit am Arbeitsplatz bei, sondern dient auch der Motivations- und der daraus resultierenden Leistungssteigerung.

In vielen Unternehmen ist es längst üblich, ein regelmäßiges Mitarbeitergespräch zu führen, um die jeweiligen Zukunftsperspektiven und oft auch etwaige Gehaltsboni zu besprechen. Verbinden Sie es mit einer regelmäßigen Abfrage möglicher Gefährdungen am Arbeitsplatz und profitieren Sie doppelt.

Transparent arbeiten

Bleiben Sie immer transparent. Nutzen Sie zum Beispiel Besprechungen zusätzlich zu einzelnen Mitarbeitergesprächen, um über Neuerungen und aktuelle Zwischenstände zu berichten. So fühlen sich Ihre Mitarbeiter jederzeit ernst genommen.

Eigenanalyse vorab

Evaluieren Sie bereits im Vorfeld zusammen mit dem Betriebsrat und anderen für die Sicherheit zuständigen Mitarbeitern mögliche Gefährdungen. So kann auf die Probleme der Beschäftigten besser eingegangen werden.

Veränderungen fördern

Geht es um Gefahren, reicht es längst nicht mehr, Veränderungen nur zu akzeptieren. Fördern Sie sie aktiv und mit allen verfügbaren Mitteln. Dazu sind Zeit, Planung und auch ein gewisses Budget notwendig.

Individualität zulassen

Jeder Mensch ist anders, daher hat auch jeder Mitarbeiter in einem anderen Bereich mögliche Schwierigkeiten. Entscheidend ist, jeden Einzelnen passend zu schützen und seine Talente zu fördern. Womöglich zeigt das Gespräch auch, dass ein Mitarbeiter in seinem aktuellen Bereich nicht gut eingesetzt ist. Dann sollten Sie gemeinsam Alternativen finden.

Betriebsrat einbinden

Der Betriebsrat ist verpflichtet, den Arbeitsschutz im Betrieb zu unterstützen (§ 89 BetrVG). Bieten Sie Ihren Mitarbeitern an, ein Betriebsratsmitglied zum Gespräch hinzuzuziehen. Dazu sind sie nach § 82 Abs. 2 BetrVG berechtigt, und es stärkt das Vertrauen im Gespräch.

Mitarbeiter vorbereiten

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter vor dem Gespräch, dass Sie auch über die Arbeitsabläufe und etwaige Schwierigkeiten damit informiert werden möchten. So haben diese Gelegenheit, sich im Vorfeld bereits eingehend Gedanken darüber zu machen. Werden sie spontan gefragt, gehen einzelne Probleme leicht unter.

Beispielfragen für das Gespräch

Mit diesen Fragen bringen Sie mögliche Gefährdungen im Mitarbeitergespräch zur Sprache. Sie decken körperliche und psychische Belastungen ab, die nach § 5 ArbSchG zur Gefährdungsbeurteilung gehören.

  • Gibt es Tätigkeiten oder Arbeitsschritte, bei denen Sie sich unsicher fühlen oder schon einmal eine brenzlige Situation erlebt haben?
  • Wie gut passen Arbeitsplatz, Arbeitsmittel und Schutzausrüstung zu Ihren Aufgaben?
  • Gibt es körperliche Belastungen, etwa durch schweres Heben, einseitige Haltung, Lärm oder Hitze?
  • Wie erleben Sie Arbeitsmenge und Zeitdruck? Kommen Sie mit Ihrer Arbeitszeit aus?
  • Wie gut funktionieren Informationsfluss und Zusammenarbeit im Team?
  • Was würde Ihnen die Arbeit sicherer oder leichter machen?

Halten Sie die Antworten fest und leiten Sie daraus konkrete Maßnahmen ab.

Eine Alternative bietet die Mitarbeiterbefragung, die unabhängig vom Mitarbeitergespräch und speziell im Hinblick auf die Gefahrenbeurteilung erfolgen kann.

Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026




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