OKR-Methode: Definition, Beispiele und Umsetzung

 

OKR steht für "Objectives and Key Results" und ist eine bewährte Managementmethode, die Unternehmen ermöglicht, prioritäre Ziele zu setzen und den Fortschritt transparent zu messen. Die OKR-Methode setzt auf Kollaboration: Alle Mitarbeitenden arbeiten im Sinne des Frameworks gemeinsam auf die übergeordneten Ziele hin. Das Besondere an OKR liegt zudem in der Verknüpfung von qualitativen Zielsetzungen mit quantifizierbaren Erfolgskennzahlen. Während traditionelle Zielsetzungsmethoden oft vage bleiben oder sich in komplexen Kennzahlensystemen verlieren, schafft OKR eine Balance zwischen ambitionierten Zielvisionen und messbaren Ergebnissen. Mithilfe von Objectives and Key Results können auch abstrakte Unternehmensziele in konkrete Aktionen übersetzt und deren Erfolg objektiv bewertet werden. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie die Methode funktioniert, wann Unternehmen OKR einsetzen sollten und weshalb Online-Umfragen ein bewährtes Instrument für die erfolgreiche Messung von Objectives and Key Results sind.

 


OKR-Methode: Definition & Beispiele für OKR-Sets

OKR ist eine Managementmethode, die von Unternehmen verwendet wird, um ambitionierte Ziele festzulegen und anhand konkreter Ergebnisse messbar zu machen. Die OKR-Methode basiert auf einem zweiteiligen System, das ein übergeordnetes, oft strategisches Ziel mit den dazugehörigen, messbaren Ergebnissen verbindet. Das übergeordnete, meist strategische Ziel (Objective) beschreibt, was erreicht werden soll, in der Regel sind diese Ziele hochambitioniert. Die Schlüsselergebnisse (Key Results) sind Kennzahlen, die definieren, woran der Erfolg gemessen wird.

  • Objectives sind qualitative Beschreibungen dessen, was erreicht werden soll. Sie sollten klar formuliert, zeitlich begrenzt und ehrgeizig, aber erreichbar sein. Ein Objective könnte beispielsweise lauten: "Die beste Kundenerfahrung in unserer Branche bieten" oder "Marktführer im deutschen E-Commerce-Segment werden".
  • Key Results hingegen sind spezifische, messbare und zeitgebundene Kennzahlen, die den Fortschritt zum Objective quantifizieren. Pro Objective werden typischerweise 2 - 4 Key Results definiert, die binär bewertbar sind – sie sind entweder erreicht oder nicht erreicht. Für das Objective "beste Kundenerfahrung" könnten die Key Results beispielsweise eine Steigerung des Net Promoter Scores von 30 auf 50, eine Reduzierung der Beschwerden um 40% oder eine Verbesserung der Kundenbindungsrate von 60% auf 75% sein.

OKR Kurzdefinition: OKR ist eine Methode, mit der ein oder mehrere Ziele (Objectives) festgelegt werden, deren Fortschritt anhand mehrerer konkreter Ergebnisse (Key Results) gemessen werden. Ein Objective beschreibt, was erreicht werden soll, in der Regel sind diese Ziele ambitioniert. Key Results sind die Kennzahlen, anhand derer die Zielerreichung überprüft werden soll.

Wie läuft ein OKR-Zyklus ab?

Der OKR-Prozess verläuft in der Regel in mehreren aufeinanderfolgenden, strukturierten Zyklen, die jeweils typischerweise 3 Monate dauern. Dieser Rhythmus ermöglicht es, agil auf Veränderungen zu reagieren und gleichzeitig langfristige strategische Ziele im Blick zu behalten. Ein einzelner Zyklus ist in der Regel unterteilt in mehrere Phasen.

Die im folgenden Beispiel verwendete Verteilung auf die vier Phasen Planung, Umsetzung, Auswertung und Rückblick ist eine gängige, aber nicht die einzige mögliche Gliederung des OKR-Zyklus, sie fasst mehrere in der Praxis verwendete Phasenmodelle zusammen. Die Aufteilung in vier Phasen kann demnach bei Bedarf modifiziert werden.

Da OKR kein rigoroses Konzept vorgibt, kann auch die Dauer der Zyklen kürzer oder länger angesetzt werden. Die zugrunde liegenden einzelnen Schritte sollten im Rahmen von OKR hingegen eingehalten werden.

Detaillierter Ablauf eines OKR-Zyklus

1. Planung

Zu Beginn des Zyklus werden die Objectives für die kommende Periode formuliert und mit passenden Key Results unterlegt. Die Planung folgt dabei einer klaren Abfolge: Zunächst legt die Unternehmensebene die übergeordneten strategischen Ziele fest. Ausgehend davon erarbeiten Teams bzw. Abteilungen anschließend ihre eigenen OKR, die inhaltlich auf die übergeordneten Unternehmensziele einzahlen (vertikale Abstimmung); aus den Team-OKR werden wiederum individuelle Ziele und Aufgaben für die einzelnen Mitarbeitenden abgeleitet.

Ein erheblicher Teil der OKR entsteht dabei nicht rein top-down, sondern wird von den Teams selbst als Vorschlag nach oben getragen und mit der nächsthöheren Ebene (Abteilungsleitung, OKR-Master, Geschäftsführung) abgestimmt (Bottom-up-Verfahren); ob und in welchem Verhältnis ein wechselseitiges Top-down-Bottom-up-Verfahren sinnvoll ist, hängt von den Rahmenbedingungen des Unternehmens ab.

Im nächsten Schritt stimmen die Teams ihre OKR zusätzlich mit denen anderer Abteilungen auf gleicher Ebene ab (horizontale Abstimung). Ziel ist es, inhaltliche Berührungspunkte sichtbar zu machen sowie widersprüchliche oder isoliert voneinander verfolgte Ziele zu vermeiden.

Abschließend werden die finalisierten OKR unternehmensweit sichtbar gemacht, sodass alle Beteiligten Einblick in die Ziele anderer Bereiche erhalten (Kommunikation und Transparenz). In jedem Fall bleiben alle OKR – unabhängig von der Ebene, auf der sie entstehen – konsequent auf die übergeordneten Unternehmensziele ausgerichtet.

2. Umsetzung

Während des Zyklus wird stetig an den festgelegten Key Results gearbeitet. Der Fortschritt wird in kürzeren, meist wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Abständen im Rahmen von Check-ins erfasst. Bei Abweichungen vom geplanten Verlauf werden mögliche Anpassungen der Vorgehensweise besprochen, ohne dabei die zugrunde liegenden Ziele selbst zu verändern.

Neben den wöchentlichen Meetings (Weeklys) können auch tägliche, kurze Stand-Ups in einzelnen Teams angeraten sein. Und je nach Ausgestaltung des OKR-Prozesses innerhalb eines Unternehmens können auch andere Intervalle für die Zwischenbewertung gewählt werden.


3. Auswertung

Am Ende eines Zyklus wird der Grad der Zielerreichung anhand der Key Results bewertet, üblicherweise auf einer Skala von 0 bis 1,0. Dabei wird zwischen zwei Arten von OKR unterschieden: den ambitionierten und den verbindlichen OKR.

Bei den üblicherweise bewusst herausfordernd formulierten OKR, sog. Stretch-OKR, gilt eine Erreichung von etwa 60 bis 70 Prozent bereits als Erfolg. Eine durchgängige vollständige Zielerreichung bei diesen ambitionierten OKR deutet häufig auf eine zu vorsichtige Zielsetzung hin. Eher untypisch sind die sog. verbindlichen OKR, die in Ausnahmefällen festgelegt werden. Im Unterschied zu den Strech-OKR sollen verbindliche OKR vollständig, also zu 100 % erreicht werden.

4. Rückblick

Im Anschluss an die Auswertung findet die teaminterne Retrospektive statt, um den abgelaufenen Zyklus abschließend zu reflektieren. Dabei lassen sich zwei Blickwinkel unterscheiden: zum einen die inhaltliche Frage, welche Ziele erreicht wurden und welche Erkenntnisse sich daraus für künftige Zielsetzungen ableiten lassen. Zum anderen die Frage nach der Zusammenarbeit und dem Prozess selbst, also was in der Umsetzung gut funktioniert hat und wo Verbesserungsbedarf besteht. Beide Erkenntnisse fließen in die Planung des nächsten Zyklus ein, wodurch sich der Kreislauf schließt.

OKR-Zyklus im Überblick: Kurzversion

Der Ablauf eines klassischen, dreimonatigen OKR-Zyklus sieht üblicherweise folgende Schritte vor:

Planung

  • Zielfestlegung (Objective- und Key-Result-Definition)
  • Abstimmung und Verknüpfung
  • Kommunikation und Transparenz

Umsetzung

  • Umsetzung und laufende Verfolgung
  • Zwischenbewertung (Check-ins)

Auswertung

  • Abschlussbewertung (Scoring)

Rückblick

  • Retrospektive
  • Übergang in den nächsten Zyklus

Abb.: Grafische Darstellung der relevanten Phasen eines OKR-Zyklus.

Warum sind Objectives and Key Results effektiv?

Die Wirksamkeit von OKR beruht auf mehreren Grundprinzipien, die das Framework von herkömmlichen Zielsetzungsmethoden unterscheiden. Diese Prinzipien sollen dafür sorgen, dass OKR nicht nur eine weitere Methode zum Erreichen von Zielen ist, sondern eine echte Veränderung in der Herangehensweise bewirkt. Das Fokussieren steht dabei an erster Stelle: Unternehmen konzentrieren sich bewusst auf maximal 3 - 5 Objectives pro Zeitraum, um klare Prioritäten zu setzen und Ressourcen zu bündeln. Die Ausrichtung sorgt dafür, dass alle Ebenen der Organisation auf gemeinsame Ziele hinarbeiten, während Transparenz bedeutet, dass OKRs für alle Mitarbeitenden sichtbar sind.

Besonders wichtig ist das Prinzip, ambitionierte Ziele zu setzen: 70% Zielerreichung gilt im Zusammenhang mit OKRs bereits als Erfolg, was Unternehmen dazu ermutigt, ehrgeizige Ziele anzustreben. Die regelmäßige Frequenz der Überprüfung und Anpassung – meist quartalsweise – ermöglicht es, agil auf Veränderungen zu reagieren und kontinuierlich zu lernen.

Grundprinzipien des OKR-Rahmenwerks:

  • Fokussierung auf klar definierte Ziele
  • Ambitionierte Zielsetzung(en)
  • Gemeinsame Ausrichtung
  • Transparentes Vorgehen
  • Zyklische Überprüfung des Fortschritts

Wann sollten Unternehmen OKR einsetzen?

OKR eignen sich in erster Linie für Unternehmen und Organisationen, die in dynamischen Märkten agieren und schnell auf Veränderungen reagieren müssen. Unternehmen, die Wachstum anstreben, ihre Innovationskraft steigern oder die Zusammenarbeit zwischen Teams verbessern möchten, profitieren besonders von der Methode. Die Implementierung ist sowohl für Start-ups als auch für etablierte Konzerne geeignet, wobei kleinere Organisationen oft schneller Erfolge sehen, da weniger komplexe Abstimmungsprozesse nötig sind. Besonders wertvoll ist die OKR-Methode in Situationen, in denen qualitative Ziele wie Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterengagement oder Markenbekanntheit und -wahrnehmung eine wichtige Rolle spielen, da diese durch die festgelegten Key Results messbar gemacht werden können. 

Dabei gilt es zu beachten, dass sich nicht jedes Key Result aus bestehenden Daten wie Umsatzzahlen oder Klickraten ableiten lässt. Viele der relevanten Kennzahlen beruhen auf subjektiven Einschätzungen wie Zufriedenheit, Wahrnehmung oder Motivation, die sich nur direkt bei den betroffenen Personen erheben lassen. Genau hier setzen Umfragen an: Sie machen weiche, subjektive Faktoren messbar und liefern damit die Datenbasis, um auch qualitative Objectives mit konkreten, nachvollziehbaren Key Results zu unterlegen.

Welche Rolle spielen Umfragen bei OKR?

Umfragen sind ein bewährtes Instrument für die erfolgreiche Umsetzung von OKR, da sie die notwendige Datenbasis für realistische Zielsetzungen und präzises Monitoring liefern. Besonders bei qualitativen Zielen, die sich nicht automatisch aus Geschäftssystemen ableiten lassen, ermöglichen professionelle Befragungen eine objektive Quantifizierung. Wenn es also beispielsweise darum geht, die Kundenzufriedenheit, das Mitarbeiterengagement oder die Markenwahrnehmung im Rahmen von OKR zu untersuchen, gehören Online-Umfragen zu den bewährtesten Erhebungsmethoden. Sie können sowohl in der Planungsphase, während der Umsetzung und auch zur abschließenden Bewertung des OKR-Zyklus eingesetzt werden.

  • Für die Baseline-Erhebung vor dem Start eines OKR-Zyklus sind Umfragen unerlässlich, um aktuelle Kundenzufriedenheitswerte zu messen, Mitarbeiterengagement und -zufriedenheit zu erfassen oder die Marktpositionierung zu analysieren. Diese Ausgangswerte sind die Grundlage für realistische und ambitionierte Key Results.
  • Während der Umsetzung ermöglichen regelmäßige Pulschecks ein präzises Monitoring des Fortschritts. Kurze, fokussierte monatliche Befragungen zu spezifischen Key Results fungieren als Frühwarnsystem für sich abzeichnende Probleme und helfen dabei, rechtzeitig Korrekturen vorzunehmen.
  • Quartalsweise durchgeführte Detailanalysen liefern umfassende Bewertungen der OKR-Performance, ermöglichen Ursachenforschung bei Abweichungen und bereiten den nächsten OKR-Zyklus vor. Diese systematische Herangehensweise gewährleistet kontinuierliche Verbesserung und datenbasierte Entscheidungen.

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Wie werden verschiedene Key Results gemessen?

Abhängig vom jeweiligen Objective und je nach Themenfeld erfordern die zugehörigen Key Results unterschiedliche Mess- und Erhebungsansätze. Ein Kundensupport-Team benötigt beispielsweise andere Erhebungen als eine HR-Abteilung oder das Marketing, auch wenn alle drei im selben OKR-Zyklus arbeiten. Daher ist es zunächst einmal notwendig, für jedes Key Result die passende Messmethode zu wählen und dabei sowohl Genauigkeit als auch Effizienz zu berücksichtigen.

Kundenbezogene Key Results lassen sich hervorragend mit bewährten Messverfahren wie dem Net Promoter Score (NPS)  zur Messung der Weiterempfehlungsbereitschaft, dem Customer Satisfaction Score (CSAT) für spezifische Touchpoints oder dem Customer Effort Score (CES) zur Bewertung der Nutzererfahrung erheben.

Mitarbeiterbezogene Key Results erfordern interne Erhebungen zum Mitarbeiterengagement, zur Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit oder zur Arbeitszufriedenheit. Auch das 360-Grad-Feedback zur Beurteilung von Fach- und Führungskräften kann mithilfe von Umfragen ermittelt werden.

Marktbezogene Key Results können z.B. durch die Analyse der Markenbekanntheit, durch Kundenbefragungen oder Marktpotenzial-Analysen ermittelt werden. Diese Daten helfen dabei, die Position im Wettbewerbsumfeld realistisch einzuschätzen.

Welche Tools unterstützen OKR-Messungen?

Moderne Umfrage-Tools bieten ideale Voraussetzungen für die systematische Umsetzung von OKR-Messungen. Umfragen können sowohl als Grundlage für die Panung als auch flankierend während des gesamten Prozesses eingesetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, Kennzahlen festzulegen und sowohl Einzelmessungen als auch Trend-Analysen durchzuführen. Regelmäßige Umfragen ermöglichen anschließend kontinuierliches Monitoring ohne manuellen Aufwand, zudem gewährleisten Echtzeit-Ergebnisse das Überprüfen während des gesamten OKR-Prozesses.

Professionelle Umfrage-Tools bieten obendrein Segmentierungsanalysen nach Teams, Regionen oder Kundensegmenten, die relevante granulare Einblicke schaffen. Darüber hinaus kann die OKR-Entwicklung mithilfe von Trendanalysen und Pulschecks über den gesamten Zeitraum hinweg visualisiert werden.

Beim Gestalten von Fragebögen sollten auch im Rahmen von OKR bewährte Prinzipien beachtet werden: Kurze, fokussierte Fragebögen, eine konsistente Skalierung für eine valide Vergleichbarkeit, ein ausgewogener Mix aus quantitativen Scores und qualitativen Insights sowie eine responsiv-optimierte Darstellung sorgen für höhere Response-Raten.

OKR: Schwachstellen und Fehlerquellen

Objectives and Key Results (OKR) gelten als ein populäres Framework für zielorientierte Unternehmensführung, sind aber nicht unumstritten. Seit große Technologiekonzerne die Methode bekannt gemacht haben, orientieren sich viele Unternehmen und Organisationen an diesem Vorbild. In der praktischen Anwendung zeigen sich jedoch wiederkehrende Schwachstellen und Fehlerquellen, die den erwarteten Nutzen schmälern oder sogar ins Gegenteil verkehren können. Oft rücken OKR z.B. so stark in den Fokus, dass andere relevante Projekte vernachlässigt werden. 

Auch das Rahmenwerk an sich birgt strukturelle Schwächen. Das liegt zum einen daran, dass OKR ursprünglich für schnelllebige, digitale Geschäftsmodelle entwickelt wurde. Eine Anpassung an andere, weniger agile Branchen und Modelle ist daher nur unzureichend möglich. Zudem können die systemimmanenten, regelmäßigen Meetings und Abstimmungen zu einem Mehraufwand führen, der mit dem Tagesgeschäft nicht vereinbar ist. 

Unternehmen sollten daher vor der Einführung von OKR die folgenden Schwachstellen und möglichen Fehlerquellen bedenken und das Set-Up ggf. anpassen:

Zielkonflikte zwischen Ambition und Bewertung

Die OKR-Methode soll ehrgeizige Zielsetzungen fördern (typische Zielerreichung: 60–70 %). Gleichzeitig werden OKR in vielen Unternehmen zur Leistungsbeurteilung herangezogen. Diese Kombination führt dazu, dass Teams aus Angst vor negativer Bewertung eher konservative Ziele setzen, statt die eigentlich intendierte Ambition zu zeigen.

Utopische Zielsetzungen als Demotivationsfaktor

Bewusst hochambitioniert formulierte Ziele sollen zu Höchstleistungen anspornen, können bei dauerhaftem Verfehlen jedoch das Gegenteil bewirken. Wird ein Key Result über mehrere Zyklen hinweg nicht annähernd erreicht, sinkt die Motivation, statt zu steigen.

Unverhältnismäßiger Zeitaufwand

Die Formulierung, Abstimmung und regelmäßige Nachverfolgung von Objectives und Key Results bindet erhebliche Zeitressourcen. Besonders in kleineren und mittleren Unternehmen steht der Aufwand oft in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen. Wie viel Zeit die Pflege von OKR tatsächlich bindet, hängt stark von der Umsetzung ab. Eine zu hohe Anzahl an OKR pro Team, zu häufige Check-ins oder ein zu hoher Dokumentationsgrad treiben den Zeitaufwand unverhältnismäßig in die Höhe.

Fehlende Verbindung zum operativen Tagesgeschäft

OKR bilden strategische Schwerpunkte ab, nicht das operative Tagesgeschäft. In der Praxis entsteht dadurch häufig ein Parallelsystem: OKR auf dem Papier, tatsächliche Priorisierung im Arbeitsalltag nach anderen Kriterien. Oder auch der gegenteilige Effekt: OKR werden so stark priorisiert, dass andere relevante Projekte vernachlässigt werden.

Gefahr der reinen Kennzahlenerfüllung

Wenn Key Results zu stark im Fokus stehen, besteht das Risiko, dass Teams gezielt auf die Erfüllung der Metrik hinarbeiten, ohne dass dies der eigentlichen langfristigen Unternehmensstrategie dient. In der Regel ist es daher ratsam, auch während eines Zyklus zu prüfen, ob die Metriken einzelner Key Results tatsächlich auf die übergeordnete Strategie einzahlen.

Schwierige Quantifizierung qualitativer Ziele

Nicht jedes strategisch relevante Ziel lässt sich sinnvoll in messbare Key Results übersetzen. Themen wie Unternehmenskultur, Markenwahrnehmung oder langfristige Kundenbeziehungen werden häufig auf Ersatzkennzahlen reduziert, die das eigentliche Ziel nur unzureichend abbilden.

Risiko des Mikromanagements

Die engmaschige, oft wöchentliche Nachverfolgung von Key Results kann Führungskräfte dazu verleiten, kleinste Abweichungen zu kommentieren und einzugreifen. Eine übermäßige Detailorientierung oder Kontrolle durch Führungskräfte wirkt allerdings kontraproduktiv: Statt der eigentlich intendierten Autonomie der Teams entsteht ein Klima permanenter Kontrolle, das die Eigenverantwortung untergräbt.

FAQ zur OKR-Methode

Im Gegensatz zu klassischen Zielvereinbarungen sind OKRs transparent, ambitioniert und kurzzyklig (meist quartalsweise). Sie werden nicht mit Boni verknüpft und sind auf das gesamte Team ausgerichtet.

Foto von Bettina Hahn
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