Digitale Plattformen, Tools und Medien eröffnen jungen Menschen neue Wege der Online-Jugendbeteiligung. Sie bilden den Rahmen für eine aktive und selbstbestimmte Partizipation an politischen, gesellschaftlichen und sozialen Prozessen und ermöglichen es Jugendlichen, sich einzubringen. Digitale Angebote sind essenziell, um der Zielgruppe jugendgerecht, auf Augenhöhe und im Kontext ihrer Lebenswelt zu begegnen. Damit fungieren Online-Angebote nicht automatisch als Ersatz für klassische Beteiligungsformate wie z. B. Bürgerversammlungen, Formulare oder Aushänge. Vielmehr stellen sie eine wertvolle Ergänzung und Erweiterung für Vereine, Kommunen, Bildungseinrichtungen, etc. dar, um junge Menschen anzusprechen und ihnen eine Plattform für Themen wie Umwelt, Verkehrssicherheit, Freizeitangebote, Schulwesen oder Stadtentwicklung zu bieten.
Jugendliche haben Ideen, Meinungen und eigene Vorstellungen von ihrer Welt und brauchen Möglichkeiten, sich an relevanten Themen zu beteiligen. Ob Inhalte zum Klimaschutz, Bildung, Freizeit, Verkehr: Junge Menschen werden in politischen Prozessen oftmals übersehen oder nicht wahrgenommen. Dabei sind es vor allem interessierte Jugendliche, die wegweisende und zukunftfähige Impulse in die Gesellschaft tragen.
Zudem haben sie das Recht, gehört zu werden. Dieses Recht wurde in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention verankert und sichert Kindern zu, eine Meinung zu haben und diese frei zu äußern. Auch im § 8 SGB VIII Sozialgesetzbuch ist geregelt, dass Jugendliche und Kinder je nach Alter und Reife an Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen sind. Außerdem gibt es zahlreiche Beteiligungsrechte auf Ebene der verschiedenen Bundesländer, Kommunen (wie Kinder- und Jugendparlamente) oder Gemeinden.
Wie die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen geregelt sind, variiert je nach Bundesland. In Berlin gibt es z. B. seit dem 1. Januar 2022 das AG KJHG (Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, zur Unterstützung von Familien und zur Förderung der Beteiligung und Demokratiebildung junger Menschen und Familien). Dieses Jugendfördergesetz festigt nicht nur Inhalte wie Jugendarbeit, sondern verankert u. a. auch Rechte zur Mitbestimmung.
Jungen Menschen eine Möglichkeit zu bieten, mitzureden, zu gestalten und gehört zu werden, ist nicht nur eine Randnotiz, sondern eine rechtliche Verpflichtung. Umso wichtiger ist es daher, digitale Beteiligungsformate zu schaffen, die einen zeitgemäßen Zugang ermöglichen.
Digitale Formate zur Jugendbeteiligung erreichen junge Menschen innerhalb ihrer Lebensrealität, schaffen einen schnellen, inklusiven und barrierearmen Zugang und minimieren Zugangshürden. Das heißt nicht, dass Beteiligungsformate mit Präsenz wie Versammlungen, Workshops oder Foren ausgedient haben. Vielmehr geht es darum, den Raum für ergänzende und unkomplizierte Kommunikationsangebote zu schaffen.
Digitale Beteiligungsformate erweitern aber nicht nur den Zugang, sondern eröffnen außerdem die Möglichkeit, Jugendbeteiligung sichtbar zu machen, systematisch auszuwerten und Ergebnisse strategisch für Projekte, Planungen und Anträge zu nutzen.

Abb. - Jugendstudie zum Interesse an Politik in Deutschland (Quelle: Statista)
Die im Jahr 2024 durchgeführte Shell-Jugendstudie (s. o.) zeigt ein hohes politisches Interesse junger Menschen. Viele Jugendliche informieren sich regelmäßig zu gesellschaftlichen Entwicklungen und setzen sich entsprechend mit relevanten Zukunftsfragen auseinander. Neben den klassischen Medien sind es vor allem Social-Media-Kanäle, die zum Lernen, Austausch, Engagement und zur Verbreitung beitragen.
Für Kommunen, Vereine, Organisationen und Träger entsteht daraus vor allem eins: ein erhebliches Beteiligungspotenzial. Voraussetzung dafür sind jedoch geeignete Angebote und ansprechende Formate, die das Einholen verschiedenster Meinungsbilder erlaubt, diese zielgruppengerecht einholt und nachvollziehbar abbildet.
Welche Möglichkeiten zur Online-Jugendbeteiligung gibt es?
Digitale Beteiligungsformate für Jugendliche schaffen flexible Möglichkeiten, Meinungen, Ideen, Trends und Prioritäten systematisch zu erfassen. Sie lassen sich an die jeweilige Altersklasse anpassen, erleichtern die Umsetzung von Beteiligungsprojekten und liefern außerdem belastbare Daten für fundierte Entscheidungen. Gleichzeitig geht es darum, jungen Menschen eine wertvolle Möglichkeit zu geben, Demokratie zu erleben und sie gezielt einzubinden.
Um ein geeignetes digitales Format zur Jugendbeteiligung zu finden, stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Je nach Ausrichtung und Projekt können diese kurz- oder langfristig angelegt oder auch miteinander kombiniert werden. Generell gilt: Je früher Sie Jugendliche in ein Vorhaben einbinden, desto besser. So nutzen Sie das sich Ihnen bietende Potenzial bestmöglich und können den Input für die weitere Planung nutzen.
Nachfolgend stellen wir Ihnen fünf Online-Beteiligungsformate und Tools zur Umsetzung vor:
Nicht jedes Format bietet sich für jedes Vorhaben an. Überlegen Sie daher frühzeitig, welche Ziele Sie verfolgen und welches Budget Ihnen zur Verfügung steht. Beispielsweise sind Online-Umfragen, Votings und Abstimmungen schneller und kostengünstiger umgesetzt als digitale Workshops. Letztere benötigen deutlich mehr Ressourcen, liefern aber auch tiefere Einblicke.
Online-Jugendbeteiligung braucht eine strukturierte Vorbereitung und Zeit. Dabei bezieht sich der zeitliche Aspekt nicht allein auf die Planung eines Projekts, sondern vor allem auf die Durchführung. In einem ersten Schritt geht es darum, die jungen Menschen entsprechend vorzubereiten, einzubeziehen und eine vertrauensvolle Beziehung zu schaffen. Das lässt sich bei umfassenderen Formaten wie Diskussionen, Podcasts oder Workshops tendenziell leichter umsetzen als etwa bei Online-Befragungen.
Dennoch geht es im Kern darum, Ihrer Zielgruppe aufzuzeigen, was Ihr Vorhaben bedeutet und welche Ergebnisse bzw. Entscheidungen daraus resultieren können und sollen.
Außerdem sollten Sie berücksichtigen, dass auch junge Leute entsprechend Zeit für Engagement und Partizipation einplanen müssen. Damit ein Vorhaben neben Schule, Ausbildung, Nebenjobs und ähnlichen Verpflichtungen erfolgreich sein kann, sollte der Zeitrahmen im besten fall großzügig gewählt werden. Beachten Sie außerdem, frühzeitig Sicherheitsaspekte und den Datenschutz mitzudenken.
Laut Artikel 8 der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen Jugendliche 16 Jahre alt sein, um der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten einzuwilligen. Für alle unter 16 Jahren bedeutet das, dass eine Zustimmung der Eltern erforderlich ist. Je nach Beteiligungsformat kann somit eine Einwilligung notwendig werden.
Ein weiterer Punkt ist das Thema Barrierefreiheit. Digitale Formate haben oftmals den großen Vorteil, dass sie ortsunabhängig und zeitlich flexibel ausgerichtet werden können. Damit minimieren Sie nicht nur gezielt Hürden, die Interessierte von einer Teilnahme abhalten, sondern erweitern gleichzeitig Ihre Zielgruppe um alle, denen eine Teilnahme vor Ort aufgrund von Einschränkungen, Mobilität, Entfernung oder Betreuungspflichten nicht möglich ist.
Darüber hinaus eröffnen digitale Beteiligungsformate weitere Möglichkeiten, Jugendbeteiligung zugänglicher zu gestalten:
LamaPoll ist das ideale Tool, um Online-Jugendbeteiligung über professionelle Jugendbefragungen sicher, effizient und trotzdem individuell umzusetzen. Zur Durchführung Ihres Vorhabens stehen Ihnen zahlreiche Fragearten zur Verfügung und die Option, Logos, Farben, CSS-Codes, Schriftarten und Bildmaterial zu inkludieren. Sämtliche LamaPoll-Umfragen sind zudem responsiv, sodass Teilnehmende von allen Endgeräten aus Zugriff haben. Informieren Sie sich auch gerne über unsere Möglichkeiten zur Barrierefreiheit.
Reduzieren Sie mögliche Teilnahmehürden noch weiter und erstellen eine mehrsprachige Umfrage mit unserer Übersetzen-Funktion. Damit ist es Ihnen auch möglich, Umfragen in Einfacher Sprache anzulegen. Eine genaue Anleitung dazu finden Sie hier: Umfragen in Einfacher Sprache erstellen
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Neben Schulen unterstützt LamaPoll auch Schülerinnen und Schüler mit kostenfreien akademischen Lizenzen. Auf diesem Weg lassen sich zum Beispiel eigenständig geplante Initiativen, Projekte und Kampagnen mit Feedbackbefragungen, einer Bedarfsanalyse oder gezielten Online-Votings begleiten. Näheres zu den Lizenzen für Schülerschaft und Studierende erfahren Sie hier: Studenten
Verwenden Sie auch gerne unsere kostenlosen Fragebogen-Vorlagen. Mit nur einem Klick können Sie diese für Ihren eigenen LamaPoll-Account übernehmen und nach Belieben anpassen.
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