Wer in Deutschland keinen deutschen Pass besitzt, darf bei vielen Wahlen nicht mitentscheiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Personen bereits seit vielen Jahren in Deutschland leben, arbeiten und unmittelbar von politischen Entscheidungen betroffen sind. Gemäß Ausländerwahlrecht sind Ausländerinnen und Ausländer nicht berechtigt, an Bundestags- und Landtagswahlen sowie an Volksabstimmungen auf Bundes- und Landesebene teilzunehmen. Genau hier setzt die Berliner Initiative WahlheYmat an und will politische Perspektiven sichtbar machen, die an der Wahlurne unberücksichtigt bleiben.
Mithilfe einer Bürgerbefragung, die mit LamaPoll umgesetzt wurde, will die Initiative die nahezu eine Million Berliner ohne deutschen Pass einladen, ihre Meinungen zu Politik und Verwaltung in der Hauptstadt abzugeben. Die Umfrage „StimmlosTrend“ wurde in Kollaboration mit der Berliner Morgenpost ins Leben gerufen und wird zudem von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert. Auch die Berliner Landeszentrale für politische Bildung weist in ihrem Blog auf das Umfrageprojekt hin (s. Abb.).

Zielgruppe gezielt erreichen und richtig ansprechen
Das Ziel der „StimmlosTrend“-Umfrage ist es, in Berlin lebenden Menschen ohne Wahlrecht eine Möglichkeit zur politischen Teilhabe zu bieten und ihre politischen Präferenzen sichtbar zu machen. Damit unterscheidet sich das Vorhaben deutlich von klassischen Wahlumfragen.
Um diese relevante, aber enorm breit gefächerte Zielgruppe zu erreichen, braucht es eine klare und verständliche Kommunikation. Wer kann teilnehmen? Warum wird die Befragung überhaupt durchgeführt? Und welchen Beitrag leisten die Teilnehmenden mit ihrer Stimme? Diese Fragen sind essenziell, um Teilnehmende nicht nur abzuholen, sondern zu einer Teilnahme zu überzeugen. WahlheYmat räumt aus diesem Grund direkt auf der Startseite der Befragung sämtliche Unklarheiten aus und schafft einen idealen Startpunkt für die nachfolgenden Frageinhalte (siehe Abbildung 1).

Entscheidend ist außerdem die Wahl geeigneter Kommunikations- und Verbreitungswege, um die richtigen Personen zu erreichen. Gerade bei einer sehr spezifischen Zielgruppe können Social Media, Organisationen, Vereine, lokale Initiativen und persönliche Netzwerke als Multiplikatoren dienen und dazu beitragen, Ihre Befragung zu verbreiten und bekannt zu machen. WahlheYmat nutzt in diesem Fall den Begriff „StimmlosTrend“-Botschafter und ruft gezielt dazu auf, dass Unterstützer:innen das Vorhaben in internationalen Communities, Freundeskreise und Co. weitertragen.
Um eine mit LamaPoll erstellte Umfrage zu verbreiten, stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung. Neben dem Versand über E-Mail (über das LamaPoll-Versandsystem oder das eigene Mail-Programm) können Sie Ihre Umfrage auch auf Ihrer Website platzieren. Das geht ganz klassisch über einen Link oder über eine direkte Integration per iFrame. Weiteres zur Umsetzung lesen Sie in unserem Helpdesk: Umfrage auf eigener Website integrieren
Des Weiteren wird zu jeder Umfrage automatisch ein QR-Code erstellt, den Sie über den Bereich „Durchführen“ und weiter über „Link & QR-Code“ in der linken Sidebar erreichen. Nutzen Sie den QR-Code für Flyer oder zum Sharen in sozialen Netzwerken. Alternativ können Sie einen Share-Link oder Share-Button erstellen, damit Ihre Umfrage einfacher geteilt und verbreitet werden kann: Umfrage in Social Media sharen lassen. So stellen Sie bestmöglich sicher, vielfältige Perspektiven von Personen unterschiedlicher Herkunft, Altersklasse oder politischer Einstellung einzuholen.
Mehrsprachigkeit im Fragebogen für einen niederschwelligen Zugang
Da sich die „StimmlosTrend“-Umfrage an Menschen unterschiedlicher Herkunft richtet, ist Mehrsprachigkeit ein elementarer Baustein für eine möglichst zugängliche Bürgerbefragung. Sprachliche Barrieren können dazu führen, dass Interessierte nicht an Ihrer Befragung teilnehmen oder Fragen und Inhalte anders verstehen als beabsichtigt. Die Bereitstellung des Fragebogens in mehreren Sprachen erleichtert somit den Zugang und ermöglicht es Teilnehmenden, die Fragen in ihrer Muttersprache oder einer Sprache zu beantworten, in der sie sich sicher fühlen.
Dabei geht es nicht nur primär um die Übersetzung einzelner Fragen. Auch Intros, Antwortoptionen, Hinweise zum Datenschutz oder weiterführende Inhalte sollten konsistent in der jeweiligen Sprache verfügbar sein. So schaffen Sie für alle Interessierten dieselben Voraussetzungen zur Teilnahme und erhalten letztlich vergleichbare Ergebnisse über alle Sprachversionen hinweg.
Nutzen Sie die Möglichkeit, mehrsprachige Umfragen mit LamaPoll zu realisieren. Das Tool übersetzt Inhalte nicht automatisch, ermöglicht es Ihnen jedoch, eigene Übersetzungen für Fragen und Hinweise zu hinterlegen. Eine genaue Anleitung finden Sie in unserem Helpdesk: Mehrsprachige Umfragen
Einmal angelegt, erhält jede Sprachversion einen eigenen Link bzw. einen eigenen QR-Code zum Teilen. Außerdem können Teilnehmende jederzeit über das Globus-Symbol innerhalb des Fragebogens zwischen vorhandenen Sprachversionen wechseln (siehe Abbildung 2).

Um die Auswahl der passenden Sprache für Teilnehmende so komfortabel wie möglich zu gestalten, können Sie auch eine sogenannte Sprachauswahlfrage anlegen. Darüber klicken sich Befragte ganz bewusst zur Sprachversion ihrer Wahl und werden per Verzweigung weitergeleitet. Nutzen Sie unseren Blogbeitrag für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie lege ich eine Sprachauswahlfrage an
Transparenz über die weitere Verwendung der Umfrageergebnisse
Mit dem Beenden der Umfrage sollte die Kommunikation mit Ihren Teilnehmenden nicht enden. Gerade bei Bürgerbefragungen ist es wichtig, bereits im Vorfeld transparent darüber zu informieren, was mit den Ergebnissen nach der Auswertung passiert und wie diese weiterverwendet werden. Nutzen Sie bspw. die Endseite Ihrer Befragung, um auf die Veröffentlichung der Umfrageergebnisse oder einen weiterführenden Newsletter aufmerksam zu machen (siehe Abbildung 3).

Alternativ können Sie Interessierten auch die Möglichkeit bieten, Ihre Kontaktdaten zu hinterlassen, um im Nachgang Ergebnis-Updates zu versenden. Wichtig ist nur, dass die Anmeldung dazu freiwillig erfolgt und bei Bedarf klar von der eigentlichen Umfrageteilnahme getrennt wird. Nutzen Sie hierfür z. B. das Feature der getrennten Auswertung, um personenbezogene Daten zu erfassen, ohne die Anonymität zu beeinträchtigen. Wie Sie dabei vorgehen müssen, erfahren Sie hier: Anonymität trotz Kontaktdatenabfrage
Ihre Umfrage für die Rubrik „Praxisbeispiele“
Wollen Sie Ihr abgeschlossenes, laufendes oder auch geplantes Projekt in unsere LamaPoll-Rubrik „Praxisbeispiele“ einbringen? Dann füllen Sie einfach unseren kurzen Fragebogen aus, damit wir Ihren Vorschlag prüfen können: Praxisbeispiel LamaPoll. Wir freuen uns auf Ihre Ideen!