Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Welche Angebote sollten ausgebaut, welche Veränderungen im Mobilitätsverhalten eingeplant werden? Diese Fragestellungen spielen für eine effektive Verkehrsentwicklung eine gewichtige Rolle. Denn kommunale Verkehrsplaner stehen vor der Herausforderung, Mobilitätsangebote an den aktuellen Bedarf anzupassen und zugleich den zukünftigen Mobilitätsbedarf zu prognostizieren. Im Rahmen einer nachhaltigen Mobilitätswende ist es für Städte und Gemeinden daher relevant, Mobilitätsdaten systematisch zu erfassen, um geeignete zukunftsweisende Infrastrukturmaßnahmen ableiten zu können.
Der tatsächliche zukünftige Bedarf lässt sich allerdings nur unzureichend anhand von hochgerechneten oder geschätzten Fahrgastzahlen und Pendlerdaten ermitteln. Für eine bedarfsgerechte Entwicklung und Planung eines optimaleren Mobilitätsangebots ist es stattdessen notwendig, reale Daten zu Mobilitätsgewohnheiten von ortsansässigen Verkehrsteilnehmern und ggfs. auch von auswärtigen Pendlern zu erheben. Ein bewährtes Mittel zur Erhebung dieser Mobilitätsdaten sind Online-Umfragen, mit denen die entsprechenden Zielgruppen effizient erreicht werden können.
Wie eine solche Mobilitätsbefragung mittels Umfrage-Tool optimal umgesetzt werden kann, zeigt ein Beispiel aus dem Raum Ingolstadt und Umgebung. In der oberbayerischen Großstadtregion laufen bereits seit einigen Jahren eine Reihe von ambitionierten Projekten rund um das Thema Mobilität. Im Rahmen des aktuellen Projekts „Wohnortcluster“ führte die IFG, ein Tochterunternehmen der Stadt Ingolstadt, nun kürzlich eine realdaten-basierte Bürgerbefragung zur Mobilität durch. Um eine möglichst hohe Zahl an Teilnehmenden zu gewinnen, wurde der Aufruf zur Teilnahme an der Bürgerbefragung über verschiedene Kanäle und auf stark frequentierten Websites wie z.B. der des Verkehrsverbunds Ingolstadt (VGI) publiziert (s. Abb.).

Konkretes Ziel der neuen, mit LamaPoll erstellten Online-Befragung ist es, die aktuellen Verkehrsströme anhand realer Daten zu erheben, um die Mobilitätsangebote in der Region 10 bedarfsorientiert weiterzuentwickeln und den ÖPNV zu optimieren. Die IFG adressierte hierzu zwei Zielgruppen: Die Online-Umfrage richtete sich sowohl an die Bürgerinnen und Bürger der Region, als auch an ortsansässige Unternehmen, die eine optimalere ÖPNV-Anbindung für Berufspendler anstreben. Neben einer zukünftig verbesserten Anbindung bot sich den Unternehmen ein weiterer Mehrwert: Im Rahmen der Teilnahme konnten interessierte Firmen eine zugeschnittene Individualauswertung erhalten, die eine DSGVO-konforme Darstellung der Pendlerströme ihrer Mitarbeitenden beinhaltete.
Die Ergebnisse der Online-Erhebung werden zudem in das übergeordnete Projekt Wohnortcluster einbezogen, durch das eine realdaten-basierte Mobilitätsdatenbank für Ingolstadt und die umliegenden Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm entstehen soll. Ziel des in Kooperation mit der AUDI AG und der MVI PROPLANT Süd GmbH umgesetzten Wohnortcluster-Projekts ist es, durch die Erfassung der tatsächlichen Mobilitätsströme eine Optimierung der Pendlermobilität in der gesamten Region zu fördern. Die erhobenen Ergebnisse der aktuellen Bürger-Befragung fließen zu diesem Zweck in die künftigen Planungen zur ÖPNV- bzw. Mobilitätsoptimierung ein.
Online-Umfrage zum Thema Mobilität durchführen
Eine Mobilitätsbefragung ist ein zentrales Instrument der Verkehrsplanung und -forschung. Ziel ist es, das tatsächliche Verkehrsverhalten der Bevölkerung systematisch zu erfassen: Welche Wege werden zurückgelegt? Welche Verkehrsmittel werden genutzt? Zu welchen Zeiten und aus welchen Gründen sind Menschen unterwegs? Die gewonnenen Daten bilden die empirische Grundlage für fundierte Planungsentscheidungen – sei es beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Gestaltung von Radwegenetzen oder der Steuerung des Individualverkehrs. Gleichzeitig liefern Mobilitätsbefragungen wichtige Erkenntnisse über Veränderungen im Reiseverhalten, etwa durch Digitalisierung, Homeoffice oder den Wandel hin zu umweltfreundlicheren Fortbewegungsmitteln.
Mobilitätserhebungen im Rahmen der Verkehrsentwicklung sind mit Online-Befragungen nicht nur zeiteffizient und kostengünstig umsetzbar. Sie bieten zudem den großen Mehrwert, dass Planungsentscheidungen anhand von Realdaten getroffen werden können, statt auf extrapolierte Fahrgastzahlen zurückgreifen zu müssen. Durch die Einbeziehung von ortsansässigen Bürgerinnen und Bürgern kann zum einen das tatsächliche Mobilitätsverhalten abgebildet und zugleich der zusätzliche oder veränderte Bedarf ermittelt werden. Auf diese Weise kann mithilfe von Bürgerbefragungen sowohl das aktuelle Mobilitätsangebot optimiert als auch zukünftiger Mobilitätsbedarf prognostiziert werden.
Detailliertere Informationen zu Online-Umfragen rund um das Thema Mobilität sowie Beispiele und Fragebogen-Vorlagen finden Sie auf folgender Seite: Bürgerbefragung zur Mobilität durchführen

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