schwarzer Hund im Schnee

Tierschutzverein Berlin gibt Feedback zur Spende des Monats

Zum Start ins neue Jahr durfte sich der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung Corporation e.V. auf Wunsch eines unserer Mitarbeitenden bereits zum dritten Mal über unsere LamaPoll-Spende des Monats in Höhe von 1.000 Euro freuen. Seit 1841 setzt sich der Verein engagiert für den Tierschutz ein und betreibt heute Europas größtes Tierheim. Die tägliche Arbeit des Vereins bringt dabei ganz unterschiedliche Herausforderungen mit sich.

Welche Herausforderungen es dabei im Einzelnen gibt, warum frühzeitiger Tierschutzunterricht für Kinder eine wichtige Rolle spielt, was sich hinter dem „Tierschutzeuro“ verbirgt und wie die Sanierung der Hundekrankenstation finanziert wird, hat uns freundlicherweise Julia Helbig aus dem Fundraising-Team im Interview beantwortet.

Vor einiger Zeit startete die Aufklärungskampagne „Ausgesetzte Tiere“. Wie groß ist das Problem in Berlin?

Das Thema Fundtiere und ausgesetzte Tiere ist ein anhaltendes Problem, leider nicht nur in Berlin, sondern deutschlandweit. Allein in Berlin werden jährlich circa 2.000 Tiere gefunden, viele von ihnen wurden ausgesetzt. Über die Gründe können wir immer nur spekulieren.

Oft hat es den Anschein, dass vor allem nicht stemmbare Tierarztkosten (z. B. chronische Krankheiten, altersbedingte Krankheiten oder Trächtigkeit) dazu führen, dass sich Menschen gezwungen sehen, ihr Tier auszusetzen. Andererseits ist es nach wie vor oftmals auch das unüberlegte Anschaffen von Haustieren und die „plötzliche“ Erkenntnis, dass das Tier doch nicht so gut ins eigene Leben passt.

Sie fordern vom Senat den „Tierheimeuro“ als faire Pauschale für Ihre tägliche Arbeit. Was können Sie uns darüber sagen?

Alle Tierheime in Deutschland, so auch unser Tierheim in Berlin, werden größtenteils oder ausschließlich durch Spenden finanziert. Dabei versorgen wir hier aber nicht nur Tiere, die von ihren Haltern (Privatpersonen) abgegeben werden.

Tierheimbewohner sind auch Tiere, die gefunden oder sichergestellt werden – also Tiere, für die das Tierheim im Auftrag des Landes Berlin die Verantwortung übernimmt. Die Tiere werden medizinisch versorgt, gepflegt und auf ihr neues Leben vorbereitet. Eine kommunale Pflichtaufgabe, die wir bisher gern für die Hauptstadt übernommen haben, zukünftig aber nur weiter fortführen können, wenn der Berliner Senat ausreichend finanzielle Mittel für die Versorgung dieser Tiere zur Verfügung stellt.

Über Weihnachten und den Jahreswechsel verhängte das Tierheim einen Vermittlungsstopp. Neben den vielen Anfragen vor den Feiertagen: Werden zu Beginn des Jahres häufiger Tiere ins Tierheim gebracht?

Unser Vermittlungsstopp ist eine Mischung aus Selbstschutz und Botschaft: Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke, sondern ein Familienmitglied, worüber man ausreichend nachdenken und sich entsprechend vorbereiten muss.

Glücklicher- oder traurigerweise haben wir, was Tierabgaben angeht, gar keine klassische Hochsaison und wenn, eher um die Sommerferien herum. Tiere werden das ganze Jahr über schlecht gehalten, ausgesetzt, gefunden sowie abgegeben.

Seit 2005 bieten Sie Tierschutzunterricht für Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen an. Welche Botschaften geben Sie den Kindern mit und warum ist es wichtig, schon früh für den Tierschutz zu sensibilisieren?

Unsere Kolleginnen im Bereich Kinder- und Jugendtierschutz sind sich vor allem darin einig, dass Kinder die Tierschützer:innen von Morgen sind. Kinder und Jugendliche möglichst früh für die verschiedensten Tierschutz-Themen zu begeistern, wird den Tierschutz der Zukunft prägen. Deswegen sind unsere Unterrichtsangebote sehr vielseitig.

Von Heimtierhaltung, über illegalen Welpenhandel bis hin zu Massentierhaltung und Tierversuche – in unserem Tierschutzunterricht wird alles altersgerecht aufbereitet und vermittelt. Ziel ist es, dass die Kinder Wissen mit nach Hause nehmen, auf das sie stolz sind, und ihren Eltern davon erzählen.

Welche Unterstützung ist für das Tierheim derzeit besonders wertvoll? Benötigen Sie eher Sach- oder Geldspenden?

Auch wenn es immer eine sehr uncharmante Antwort ist – Geldspenden helfen uns am meisten. Die Sanierung unserer Hundekrankenstation können wir nur mit Geld bezahlen und auch das Futter für die Tiere kaufen wir aufgrund der Mengen oft zu guten Konditionen ein. Das soll nicht heißen, dass wir uns über Sachspenden nicht freuen. Oft hängt am Auswählen und Besorgen der Spende viel Herz und das wissen wir auch sehr zu schätzen.

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